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"Wiener Zeitung" Nr. 107 vom 04.06.2005 Seite: 26 Ressort: Wien Taststraße für Integrationskindergarten eröffnet Mehr Gefühl für kleine Füße Die Begeisterung der Kinder des Integrationskindergartens Franklinstraße 28 in Floridsdorf war unübersehbar, als sie am Dienstagnachmittag die neu errichtete Taststraße einweihen durften. Gebaut wurde sie von der Abschlussklasse 57b der Gewerkschaftsschule Strudelhof, die Finanzierung erfolgte unter anderem vom Reinerlös des Wiener Hausbesorgerballes. Der Tastsinn als "lustbetontes Sinneserlebnis" soll geschult werden, wie Kindergartenleiterin Elfriede Hromek erklärt. In einem Achteck können die Kinder hauptsächlich über Naturmaterialien wie Steine, Erde, Sand und Heu aber auch über beliebige, in Plastikwannen einsetzbare Materialien wie Tennisbälle oder Wolle gehen. Mit den Füßen sollen unter anderem die Gegensatzpaare kalt/warm, hart/weich, rau/glatt oder nass/trocken erspürt werden. Hromek will damit auch dem Manko entgegenwirken, dass "viele Stadtkinder verlernt haben ihre Füße zu gebrauchen". Manche behinderte Kinder können auch im Krabbeln die Straße ertasten. "Wir wollten etwas Gutes machen, das sichtbar und von Dauer ist", erzählt Gewerkschaftsschüler Christian Melbinger über die Beweggründe, dieses Abschlussprojekt zu verwirklichen. Finanziert wurden die Materialkosten mit 600 Euro aus dem Reinerlös des Balles der Wiener Hausbesorger sowie mit 300 Euro von der Schulleitung. Abgesehen von der Taststraße setzte Melbinger mit seinen Kollegen auf Bitte der Kindergartenleitung auch einige Ribiselsträucher und einen Apfelbaum. Besonders angetan zeigt sich Elfriede Hromek vom Einsatz der "gestandenen Männer" während der zwei Tage ihrer Bautätigkeit: "Sie haben am Feiertag und am darauf folgenden Fenstertag gearbeitet. Jeder einzelne hat mit Ideen etwas zum guten Gelingen beigetragen." Von Klaus Faißner |
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